Umsetzung

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Ein Nachqualifizierungsprojekt in der Altenpflege steht vor anderen Voraussetzungen als Projekte in anderen Branchen und Berufen. Die Altenpflegeausbildung basiert auf einer eigenständigen gesetzlichen Grundlage, dem Altenpflegegesetz (AltPflG). Dieses enthält keine explizite Regelung zur Nachqualifizierung von An- und Ungelernten, wie sie das Berufsbildungsgesetz und die Handwerksordnung vorsehen.

Das bedeutet, dass für eine Nachqualifizierung in der Altenpflege neue Wege entwickelt und erprobt werden müssen.

Deshalb werden die Servicestellen in Zusammenarbeit mit Altenpflegeschulen und Betrieben
  • Konzepte und Vorgehensweisen der betrieblichen Nachqualifizierung auf das Feld Altenpflege übertragen und im Hinblick auf ihre Nutzbarkeit überprüfen.
  • Angebote zur Nachqualifizierung im Feld Altenpflege entwickeln und erproben.
  • auf der Basis der Rahmenlehrpläne für die Altenpflegeausbildung Module für die Nachqualifizierung entwickeln (insbesondere für Rheinland-Pfalz).
  • Formen und Modelle der Kompetenzfeststellung bei An- und Ungelernten in der Pflege (weiter-)entwickeln und erproben.

Die Umsetzung findet in enger Abstimmung mit den regionalen Partnern in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz statt.

Kompetenzfeststellung

Im Projekt wurden zwei Verfahren zur Feststellung von Kompetenzen, die Hilfskräfte während ihrer Berufstätigkeit erworben haben, (weiter-)entwickelt und erprobt. Schwerpunkt sind non-formal und informell erworbene Kompetenzen.

Ziel der Kompetenzbilanzierung in Rheinland-Pfalz ist es, informell erworbene Kompetenzen abzubilden, welche die Hilfskräfte im Laufe ihrer praktischen Tätigkeit in der Altenhilfe erworben haben. Die Kompetenzbilanzierung besteht aus je einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil. Eine erfolgreiche Teilnahme an der Kompetenzbilanzierung ist eine zentrale Voraussetzung für die Verkürzung der Ausbildungszeit zur Altenpflegefachkraft auf zwei Jahre.

Um die Eignung der Bewerber und Bewerberinnen für eine auf zwei Jahre verkürzte berufsbegleitende Nachqualifizierung festzustellen, ist in Niedersachsen in enger Kooperation mit der Altenpflegeschule und in Abstimmung mit der Niedersächsischen Landesschulbehörde ein entsprechendes Auswahlverfahren entwickelt worden. Die rechtliche Grundlage dafür bildet das sogenannte Protokollierte Beratungsgespräch gemäß Niedersächsischer Verordnung über berufsbildende Schulen (BbS-VO) § 3 Abs. 11 der Anlage 4 und § 3 Abs. 13 der Anlage 8 zu § 33 BbS-VO vom 10.06.2009. Das Auswahlverfahren besteht aus vier Teilen: einem Gespräch, einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil.

Mit der Änderung des §7 Altenpflegegesetz können nun bundesweit erfahrene Hilfskräfte die Altenpflegeausbildung um bis zu ein Jahr verkürzen. Hierzu müssen sie unter anderem eine Kompetenzfeststellung erfolgreich absolvieren. Diese Änderung tritt voraussichtlich im April 2013 in Kraft. Die Umsetzung und Ausgestaltung der Kompetenzfeststellung wird dabei in die Verantwortung der zuständigen Behörden der Bundesländer gegeben.
Die Ergebnisse aus der Erprobung der Verfahren in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz können hierfür von Nutzen sein. Mehr dazu lesen Sie im Fachartikel (PDF, 133.7 KB).

Dieses Vorhaben wird gefördert vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung und
aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union

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