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Kompetenzfeststellung

Kompetenzfeststellung für die Nachqualifizierung in der Altenpflege
Für die Verkürzung der Altenpflegeausbildung ist es notwendig, die bereits vorhandenen berufsbezogenen Kompetenzen der Hilfskräfte festzustellen. Im Projekt wurde durch die Kompetenzbilanzierung in Rheinland-Pfalz und das Auswahlverfahren in Niedersachsen ermittelt, ob die Hilfskräfte ausreichend Kompetenzen mitbringen, um die zweijährige Nachqualifizierung erfolgreich zu absolvieren. Die Zustimmung der zuständigen Behörde erfolgte unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Kompetenzfeststellung.

Bei der Kompetenzbilanzierung in Rheinland-Pfalz und dem Auswahlverfahren in Niedersachsen werden sowohl fachliche als auch berufsübergreifende Kompetenzen in konkreten beruflichen Situationen anhand vorher definierter Verhaltensindikatoren erfasst. Die Kompetenzbilanzierung in Rheinland-Pfalz besteht aus einer Selbsteinschätzung der Teilnehmenden, der Beantwortung von berufsbezogenen Aufgabenstellungen in einem schriftlichen und einem mündlichen Teil in einer Altenpflegeschule sowie einer praktischen Arbeitsprobe in einer Pflegeeinrichtung. Die Aufgabenstellungen basieren auf den Kompetenzen des Rahmenlehrplans für die Ausbildung zur Altenpflegerin bzw. zum Altenpfleger in Rheinland-Pfalz. Die Ergebnisse der Kompetenzbilanzierung bzw. des Auswahlverfahrens bildeten die Grundlage für die Gestaltung des Curriculums und dienten als fachliche Entscheidungsgrundlage für die zuständige Stelle zur Genehmigung der Verkürzung der Ausbildung um ein Jahr.

Regelungen zur Verkürzung der Ausbildung

Die Nachqualifizierung zur Altenpflegerin / zum Altenpfleger ist eine Form der beruflichen Weiterbildung nach dem Dritten Sozialgesetzbuch (SGB III). Sie dauert zwei Jahre, da nur Personen daran teilnehmen, die bereits umfangreiche Erfahrung in der Pflege haben.

Diese Vorerfahrungen werden berücksichtigt und führen zu einer Verkürzung der Ausbildungszeit von einem Jahr. Dies gilt für folgende Personen:

  1. Personen mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung in der Pflege oder Betreuung. Sie können eine Verkürzung der Altenpflegeausbildung um ein Jahr beantragen, sofern sie eine Kompetenzfeststellung erfolgreich absolviert haben. Die Berufserfahrung muss in Vollzeit oder entsprechend länger bei Teilzeitanstellung erbracht worden sein.
  2. Pflegehilfskräfte mit einjähriger Ausbildung und einem weiteren Jahr Berufserfahrung. Sie können die Verkürzung direkt beantragen und müssen nicht an einer Kompetenzfeststellung teilnehmen
  3. Personen mit einer anderen abgeschlossenen Ausbildung. Sie können die Ausbildung um bis zu zwei Jahre verkürzen. Die Ausbildung muss Inhalte der Altenpflegeausbildung enthalten. Die fachliche Gleichwertigkeit wird im Einzelfall geprüft.
Diese Verkürzungstatbestände sind im § 7 des
Altenpflegegesetzes geregelt. In Verbindung mit der „Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege“ der Bundesregierung wurde dieser Paragraph geändert. Diese drei Personengruppen können an einer zweijährigen Nachqualifizierung zur Altenpflegerin / zum Altenpfleger teilnehmen, wenn die zuständige Stelle dem Antrag auf Verkürzung zugestimmt hat.

Das Gesetz zur Stärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in der Altenpflege, das diese Änderung mit sich gebracht hat, ist am 19. März 2013 in Kraft getreten.

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Das Altenpflegegesetz als Basis

Zuständig für die Altenpflegeausbildung ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 2003 wurde das erste bundeseinheitliche Altenpflegegesetz verabschiedet. Die jeweils aktuelle Fassung dieses Gesetzes regelt die Ausbildung.

Die Altenpflegeausbildung ist rechtlich eine vollschulische Ausbildung. Deshalb trägt die Altenpflegeschule die Gesamtverantwortung. Tatsächlich findet die Ausbildung an zwei Lernorten statt: in der Altenpflegeschule und in einer Pflegeeinrichtung (ambulant, teilstationär oder stationär).

Das Altenpflegegesetz ist auch für die Nachqualifizierung die rechtliche Grundlage. Explizite Regelungen zur Nachqualifizierung fehlen jedoch. Deshalb war es notwendig, für die Nachqualifizierung in der Altenpflege neue Wege zu beschreiten und notwendige Strukturen zu schaffen.

Dieses Vorhaben wird gefördert vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung und
aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union

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