Umsetzung und Organisation der Nachqualifizierung in der Altenpflege

Qualifizierung an zwei Lernorten und Verkürzung der Ausbildungszeit

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Die Nachqualifizierung dauert zwei Jahre und findet – wie die reguläre dreijährige Ausbildung auch – an zwei Lernorten statt: in einer Altenpflegeschule und in einer Altenpflegeeinrichtung. Die Stunden für beide Lernorte sind um ein Drittel verkürzt im Vergleich zur dreijährigen Altenpflegeausbildung. Mehr zu den gesetzlichen Grundlagen lesen Sie unter Regelungen zur Verkürzung der Ausbildung und das Altenpflegegesetz als Basis.

Analog zur dreijährigen Ausbildung müssen die Teilnehmenden Einsätze in anderen Bereichen des Gesundheitswesens absolvieren, wie im Allgemeinkrankenhaus, in Einrichtungen mit gerontopsychiatrischem Schwerpunkt und im komplementären Versorgungsbereich (ambulant – (teil)stationär). Den Umfang geben die Bundesländer vor. Die Altenpflegeschule kann den Umfang der externen Praxiseinsätze unter Umständen verkürzen, wenn Nachweise über vorhandene Erfahrungen in diesen Bereichen vorliegen. Dies entscheidet sie im Einzelfall.

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Umsetzung und Organisation in der Altenpflegeschule

Für die Umsetzung der Nachqualifizierung in der Schule ist es notwendig, den Unterricht an die Voraussetzungen der Teilnehmenden anzupassen. Grundlagen für die Entwicklung eines speziellen Lehrplans für die Nachqualifizierung sind

Ziel ist es, die einzelnen Teilnehmenden dort abzuholen, wo sie stehen, und ihre bereits vorhandenen berufsspezifischen und fachübergreifenden Kompetenzen zu berücksichtigen. Durch individuelle Vertiefungsaufgaben und Praxisaufträge werden diese gezielt gefördert. Die Schule berücksichtigt, dass bei vielen Teilnehmenden die Schulzeit schon länger zurückliegt und sie mehr Zeit und Unterstützung benötigen, um den Schulalltag zu bewältigen. Um die Verknüpfung zwischen Lernen und Arbeiten zu gewährleisten, werden regelmäßig Treffen zur Lernortkooperation zwischen der Schule und den Einrichtungen organisiert. Darüber hinaus besuchen die Lehrkräfte der Altenpflegeschule im Rahmen von Praxisbesuchen die Teilnehmenden in den Pflegeeinrichtungen.

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Umsetzung und Organisation in der Pflegeeinrichtung

Download zum Thema

  • Dokumentation der AG 5 "Ausbildung von bereits beschäftigten Hilfskräften in der Altenpflege – Unterstützung beim Rollenwechsel in der Praxis" (PDF, 1030.4 KB) (Abschlussfachtagung Rheinland-Pfalz - Juni 2013)
  • Die Umsetzung der Nachqualifizierung in der Pflegeeinrichtung stellt alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen. Die Hilfskräfte befinden sich in einer Doppelrolle: Zum einen sind sie weiterhin in ihrem alten Aufgabenbereich tätig. Zum anderen sind sie nun auch in der Rolle der Lernenden. Hier kommt der Praxisanleitung eine besondere Bedeutung zu. Sie unterstützt die Nachzuqualifizierenden dabei, den verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden, und trägt in enger Kooperation mit der Altenpflegeschule Sorge für die praktische Ausbildung der Hilfskräfte zu Fachkräften. Sie unterstützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, neue berufsbezogene Handlungskompetenzen zu erwerben, zum Beispiel durch gezielte Anleitungen. Außerdem regt sie zur Reflexion an. Denn gerade in der Nachqualifizierung ist es wichtig, die bestehenden Vorerfahrungen zu berücksichtigen. Gleichzeitig ist es auch notwendig, eigene Handlungsmuster zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen.

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    Gestaltung der Verträge

    Arbeitgeber und Arbeitnehmerin / Arbeitnehmer sollten für die Dauer der Nachqualifizierung eine Ergänzung zum Arbeitsvertrag (DOC, 28.0 KB) abschließen. Diese enthält Regelungen zur Freistellung für den Besuch der Altenpflegeschule, zum Nachweis der erforderlichen Stunden für die praktische Ausbildung in der eigenen Einrichtung und zur Freistellung für die externen Praxiseinsätze. Die Altenpflegeschule sollte diese Ergänzung ebenfalls unterzeichnen oder zumindest eine Kopie erhalten.

    Die Altenpflegeschule schließt mit der Pflegeeinrichtung einen Kooperationsvertrag und mit den Teilnehmenden der Nachqualifizierung einen Schulvertrag ab.

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    Dieses Vorhaben wird gefördert vom
    Bundesministerium für Bildung und Forschung und
    aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union

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